Folgen

Die vorübergehende Veränderung des Umsatzsteuersatzes 2020

Inhalt



Kurzfassung
Im Rahmen eines Konjunkturpakets, um die Folgen der Corona-Krise für die deutsche Wirtschaft zu bekämpfen, hat der Gesetzgeber die Änderung der Steuersätze beschlossen. Im Zuge dessen wird der Umsatzsteuersatz (Mehrwertsteuersatz) zeitlich befristet (01.07.2020 bis 31.12.2020) von 19% auf 16%, bzw. von 7% auf 5% gesenkt.

Zwischen der Ankündigung dieser Änderung und dem Termin der Umstellung lagen nur knapp drei Wochen und das endgültige Maßnahmenpaket wurde sogar erst am 29.06.2020 beschlossen.
Wir als Modellbau König (MBK) haben, trotz des engen Zeitrahmens, natürlich die nötigen Änderungen vorgenommen und werden auf allen Rechnungen ab dem 01.07.2020 die neuen gültigen Steuersätze ausweisen.

Die Preise und Rechnungssummen bleiben unverändert.
Weder am 01.07.2020, noch am 01.01.2021 werden wir die Preise aller Artikel senken beziehungsweise erhöhen.

Für uns ist wichtig, dass ihr nachvollziehen könnt, warum wir uns für diesen Weg entschieden haben. In den folgenden Absätzen möchten wir euch daher erläutern, welche Schwierigkeiten wir zu beachten hatten und unsere Lösung begründen.


Was bedeutet dies konkret für mich als Kunde?
Die gute Nachricht ist, wir ändern die Preise nicht.
Die schlechte Nachricht ist, dass wir die Preise nicht ändern.

Wenn du am 30.06.2020 einen Artikel für 42,95 Euro gekauft hast, bleibt der Preis auch am 01.07.2020 unverändert.

Das Ganze funktioniert aber auch in die andere Richtung. Ab dem 01.01.2021 müssen wir wieder die erhöhten bzw. normalen Steuersätze abführen.
Wer am 31.12.2020 für 42,95 Euro etwas bestellt hat, wird auch am 01.01.2021 diese Summe in Rechnung gestellt bekommen.
Da wir die Preise unverändert lassen, müssen wir die Differenz zwischen dem reduzierten und dem höheren bzw. normalen Steuersatz nicht nachträglich berechnen.


Warum ändert ihr die Preise nicht einfach?

Als Außenstehender ist diese Frage verständlich und gerne geben wir dazu einige Hintergrundinformationen.

Der große Knackpunkt ist, dass für die Besteuerung nur relevant ist, wann die Leistung ausgeführt worden ist.  
Wichtig ist also nur das Datum an dem die Rechnung ausgestellt wurde, nicht wann bestellt wurde. Das setzt die Anforderungen an eine Umsetzung gleich auf ein höheres Niveau.

Würden wir die Änderung weitergeben, müssten wir am 01.07.2020 alle Vorbestellungen anpassen.
Das bedeutet wir müssten für jede Bestellung die neuen Preise und Steuern manuell berechnen und bei bereits erfolgten Zahlungen die Differenz händisch erstatten.
Beim Kauf auf Rechnung wäre dies noch verhältnismäßig einfach umsetzbar, aber diese Option nutzen nur die wenigsten unserer Kunden. Bei anderen Zahlungsarten wie PayPal, Kreditkarte oder Amazon Pay wäre hier noch weitere Nacharbeit nötig. Das Ganze wäre für uns nur mit massivem Mehraufwand verbunden und würde die Bearbeitung von Bestellungen enorm verzögern.

Auf der anderen Seite müssten wir ab dem 01.01.2021 alle Vorbestellungen aus dem Zeitraum 01.07.2020 bis 31.12.2020 erneut manuell bearbeiten, die erhöhten Steuersätze einfügen und die Differenz nachfordern. Erneut ist dies beim Kauf auf Rechnung noch relativ einfach, während es bei Zahlungen per Kreditkarte oder PayPal wieder mit viel zusätzlichem Mehraufwand verbunden ist bzw. im Fall von Amazon Pay oder SOFORT-Überweisung gar nicht möglich ist.

Auch müssten wir am 01.07.2020 00:00 Uhr manuell die Preise von über 76.000 Artikel anpassen bzw. diese vorbereitet haben.

Nehmen wir als Rechenbeispiel einmal 70.000 Artikel an. Pro Preisänderung gehen wir von 2 Minuten Arbeit aus.
Das wären 140.000 Minuten Arbeit.
Diese Arbeit teilen wir auf 7 Mitarbeiter auf, welche diese Änderungen durchführen können und nehmen einen acht Stunden Arbeitstag als Grundlage.

Dann wären wir bei 41 Arbeitstagen. Anders gesagt wären dies acht Wochen, in denen wir keine anderen Arbeiten machen könnten. Keine Bestellungen versenden, keine Anfragen bearbeiten, keine Anrufe entgegennehmen.
Im neuen Jahr müssten wir die Änderungen wieder rückgängig machen.
Diese Option war für uns keine Lösung bzw. personell auch gar nicht möglich.

Wir haben bei der Recherche zu diesem Informationstext immer mal wieder gelesen, dass die Preisreduzierung nicht schwer sein kann. Man müsste die Daten ja schließlich einfach nur in eine Excelliste kopieren, bearbeiten und die neuen Werte einfügen.
Das mag für ein kleines Geschäft, mit einfacher Struktur und unter 100 Produkten im Sortiment funktionieren.
Natürlich haben auch wir automatische Optionen in Betracht gezogen, kamen aber relativ schnell zu der Erkenntnis, das dies für uns auch keine Lösung darstellt.

Zur Erinnerung: Wir haben Stand jetzt über 76.000 verschiedene Artikel im Sortiment.

Neben Artikeln zum Normalpreis, bieten wir auch Sonderangebote und Restposten an. Außer dem euch sicher bestens bekannten Shop unter modellbau-koenig.de, betreiben wir auch einen speziellen Shop nur für Händler.
Insgesamt haben wir neun verschiedene Preislisten, sowie drei Rabattlisten im Einsatz. Diese basieren teilweise aufeinander, sind für existierende, automatische Preisberechnungen essenziell und/oder abhängig von hinterlegten Attributen gilt der Wert einer anderen Liste. Dieser Wert ist später für euch als Preis im Shop zu sehen.

Dazu kommen zahlreiche Bücher, bei denen wir uns an die Buchpreisbindung halten müssen und diese nicht zu einem anderen Preis verkaufen dürfen.

Wir wissen auch, dass es möglich ist die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer über die bestehenden Ausnahmemöglichkeit der Preisangabenverordnung (PAngV), als pauschale Rabatte an der Kasse zu gewähren. Auch das mag in vielen Fällen funktionieren, aber wir gehören nicht dazu. Außerdem gelten diese Ausnahmeregeln nicht für preisgebundene Artikel, wie Bücher und Zeitschriften.
Da wir solche Artikel aber im Sortiment haben und auch weiterhin verkaufen möchten, war diese Möglichkeit relativ schnell wieder vom Tisch.

Von all diesen Punkten bekommt ihr als Kunden natürlich nichts mit und sollt ihr natürlich auch nicht. Diese Punkte dürfen wir aber nicht außer Acht lassen.

Wir von MBK möchten definitiv nicht behaupten, dass eine Umstellung nicht möglich wäre aber der Kosten- und Zeitaufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Man darf nicht vergessen, dass dieses Konjunkturpaket nicht nur den Verbraucher, sondern auch uns als Unternehmen unterstützen soll.
Wir gehen nicht davon aus, dass die geringe Ersparnis, die ihr bei Bestellungen erhalten würdet, die Kauflust (Anzahl an Bestellungen) so stark steigert, dass sich diese Umstellung für uns rechnen würde.


Steht MBK sonst grundsätzlich auch für Preisstabilität?
Ja, definitiv! Rund 60 % unserer Einkäufe bezahlen wir in US-Dollar. Jeder hat sicherlich in den Nachrichten bereits einmal gehört, dass sich der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar mal wieder geändert hat.
Mal in eine positive Richtung für Deutschland, mal in eine eher negative Richtung.

Wer häufiger bei uns bestellt oder regelmäßig bei uns stöbert, ist eventuell schon einmal aufgefallen, dass sich die Verkaufspreise im Shop dennoch kaum verändern.

Auch wenn der Dollarkurs seit einigen Monaten nicht mehr so gut steht und sich für uns eher negativ entwickelt hat, haben wir keine Pläne, die Verkaufspreise anzupassen.
Wir kalkulieren mit einem durchschnittlichen Wechselkurs von 1,15 USD für 1,00 Euro. Der tatsächliche Wechselkurs der letzten sechs Monate liegt aber bei 1,10 USD für 1,00 Euro.

Neben einer schnellen Lieferung, guter Beratung und professioneller Unterstützung möchten wir euch auch stabile Preise bieten, mit denen ihr langfristig planen könnt. Häufige Preisänderungen wird es bei uns nicht geben!
Dies galt in der Vergangenheit, gilt jetzt in Zeiten der Steuerumstellung und auch in Zukunft.


Habt ihr ein konkretes Beispiel für mich, damit ich sehen kann, über welche Beträge wir sprechen?
Beispiel:
DW35021 StuG III Ausf.G / StuH 42 2in1 mit Zimmerit
Verkaufspreis: 42,95 Euro
Abzüglich der Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) von 19% kostet der Bausatz 36,09 Euro.
Mit 16% MwSt. würde er dann 41,86 Euro kosten.

Die Ersparnis läge bei 1,19 Euro oder 2,5%.


Macht der Modellbau König dann nicht auf Kosten der Kunden zusätzlichen Gewinn?
Wir teilen grundsätzlich die Meinung des Gesetzgebers und in den Zeiten dieser ungewöhnlichen Krise, müssen die Menschen, die in den letzten Monaten besonders gelitten haben, unterstützt werden.
Wir schließen uns aber auch der Meinung vieler Handelskammern an, dass die hohen Kosten die den Unternehmen für die Umsetzung entstehen, den erhofften positiven Konjunktureffekt zunichtemachen könnten.

Für die Umstellung sind uns bereits jetzt Kosten im oberen vierstelligen Bereich angefallen. Wenn die Umstellung Ende des Jahres wieder rückgängig gemacht wird, rechnen damit, dass die Kosten im unteren fünfstelligen Bereich angekommen sein werden.

Es lässt sich tatsächlich schwer abschätzen und hängt von vielen Faktoren ab, ob wir unter dem Strich mit einem Plus oder einem Minus aus dieser Zeit gehen werden.
Wie bereits erläutert, steht MBK auch für Preisstabilität. Ein mögliches Minus werden wir nicht an unsere Kunden weitergeben.


Und was passiert, wenn ihr ein Plus gemacht habt?

Ein mögliches Plus, stecken wir uns nicht selber in die Tasche. Das durch die Senkung der Umsatzsteuersätze erwirtschaftete Plus spenden wir an drei verschiedene, gemeinnützige Organisationen.

Über die Arbeit der ausgewählten Vereine und Organisationen könnt ihr euch hier informieren:

Uns ist wichtig, dass ihr unsere Entscheidung nachvollziehen könnt bzw. die Gründe die zu dieser Entscheidung geführt haben, möglichst transparent darzustellen.


Wann werdet ihr die Beträge spenden?
Wir rechnen damit, dass wir im Frühjahr 2021 die Spenden übergeben können.
Dann werden wir die meisten Vorbestellungen von Ende 2020 bereits verschickt haben und können diese entsprechend verrechnen.


Ich bin mit eurer Umsetzung nicht einverstanden.
Wir haben uns im Vorfeld natürlich viele Gedanken zu einer möglichen Umsetzung der Steuersenkung gemacht, nur die wenigsten davon hier aufgeführt und empfinden die gewählte Variante als die fairste Option.
Uns ist bewusst, dass nicht jeder damit einverstanden ist und finden dies ehrlich schade. Trotzdem bleiben wir, aus den hier geschilderten Gründen, bei dieser Umsetzung.

Wir möchten daher darauf hinweisen, dass sich das gesetzliche Widerrufsrecht mit der vierzehntägige Frist, ebenso wenig geändert hat, wie die Möglichkeit eine offene Bestellung im Shop zu stornieren.

Möglichkeit der Stornierung:
https://www.modellbau-koenig.de/mein-konto/Orders
MBK-Stornierung-Bestellung.png

Widerrufsbelehrung:
https://www.modellbau-koenig.de/widerruf

Wir hoffen, auf euer Verständnis und wünschen euch weiterhin viel Spaß bei unserem gemeinsamen Hobby.

Mit freundlichen Grüßen
Euer Modellbau-Koenig.de-Team

War dieser Beitrag hilfreich?
15 von 15 fanden dies hilfreich
Haben Sie Fragen? Anfrage einreichen

0 Kommentare

Zu diesem Beitrag können keine Kommentare hinterlassen werden.