Die Tamiya Arbeitsstation hat erstmal den deftigen Preis von über 100 Euro - und ich war skeptisch, ob dieses Tablet tatsächlich meinen Ansprüchen an eine mobile Arbeitsstation gerecht werden würde.
Ich habe das Problem, kein Bastelzimmer zu haben. So muss ich meine Utensilien auch mal schnell im Schrank verstauen können. Zunächst zur Lupe und den 6 LEDs: Beides ist absolut top - glasklare Beleuchtung und eine Lupe, die fast bis zu den Rändern scharf ist. Deutlich bessere Qualität als die vom Preis-Leistungsverhältnis durchaus gute Hori-Lupe mit der dritten Hand.
Die Basis ist eine dicke, aber irgendwie billig wirkende Plastikform mit vier Schaumstoff-Füßen und seitlichen Griffmulden. Darauf befindet sich ein Rahmen, auf den genau die Tamiya-Schneidematte passt. Genau die gleiche Schneidematte bekommen Sie aber auch hier im Shop von Hori zwei Drittel günstiger, nur in anderer Farbe. Unter der Schneidematte - aber genau über dem Batteriefach! - ist eine Mulde für das Ablösen für Decals eingelassen. Na gut, das wird wohl kaum einer nutzen.
Während die Pinselablage fehlkonstruiert ist (2/3 des Pinsels ragen in die Arbeitsfläche hinein), bietet die Rückfront ein nettes Detail: Hier können Sie eine Pappe einklinken, die die Umgebung vor Sprühnebel schützt.
Ziemlich unverfroren finde ich, dass Tamiya für diesen hohen Preis weder einen Netzadapter noch Batterien mitliefert. Außerdem weist Tamiya zu Recht in der Anleitung darauf hin, dass Linsen dieser Art das Sonnenlicht konzentrieren und Stoffe entzünden können. Jeder Hersteller anderer Lupen, die ich bisher gekauft habe, liefert dann eben auch eine Abdeckung dazu. Nicht so Tamiya.
Alles in allem wieder mal eine sehr gute Tamiya-Qualität, aber fragwürdig hoher Preis.
Wertung: 3/5
Artikel: 74064 Tamiya Arbeitsstation