Der Lackierständer von Tamiya besteht aus zwei Teilen: Einem Drehteller sowie einer drehbaren Halteklammer. Beide Elemente können einzeln genutzt werden. Beim Drehteller stellen Sie Ihr Modell einfach auf die Fläche. Damit ist das Modell aber nicht fixiert, was bei 1:72-Modellen oder einfach kleineren Fahrzeugen ein Problem wegen des Airbrush-Drucks ist (sogar bei nur etwa 1 bar) und Tamiya-Band nach einigen Sprühvorgängen nicht mehr gut hält zur Fixierung.
Der größte Nutzen des Drehtellers liegt in einem anderem Bereich: Total unauffällig, aber in der Anwendung genial für Kleinteile sind nämlich zahlreiche Löcher und Schlitze auf der Plattform: Hier können Sie Krokodilklemmen oder Zahnstocher einsetzen, an denen Kleinteile zur Lackierung fixiert werden. Sehr simpel eigentlich, aber extrem hilfreich. Tamiya liefert nur zwei Klemmen mit, aber die erhalten Sie als Pfennigartikel in jedem Baumarkt.
Als Lackierständer für Panzer oder Radfahrzeuge ist die drehbare Klammer weitaus genialer geeignet: Die verstellbaren Klammern greifen hinter das Kettenlaufwerk bzw. hinter die Räder und berühren an kaum sichtbarer Fläche ein Minimum am Modell selbst. Darüber hinaus sind die Klammern natürlich flexibel, wenn Sie Unterböden o. ä. brushen.
Ich halte diese beiden Lackierständer für eine wirklich überzeugende Lösung und sogar vom Preis-Leistungs-Verhältnis her absolut in Ordnung (was bei Tamiya-Werkzeugen aus meiner Sicht keineswegs immer so ist).
Theoretisch müsste die Dreh-Klemme auch für Flugzeug-Modellbauer funktionieren, indem man die Klammern unter den Tragflächen ansetzt, aber hier habe ich keine Praxiserfahrung. Als Panzermodellbauer möchte ich die Lackierständer jedenfalls nicht mehr missen. Kauftipp!